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»Verraten – Monika Trautners 2. Fall« – Bergkrimi

Infos

»Verraten – Monika Trautners 2. Fall« – Bergkrimi - Cover
Leseprobe siehe unten
Genre Bergkrimi
erschienen Mai 2017
EAN 9783763370788
ISBN 978-3-7633-7078-8
Verlag Bergverlag Rother
Seiten 232 S.
Preis 12,90 Euro, D
13,30 Euro, A
16,90 SFr
Links

buecher.de, rother.de, amazon.de

Format 13,5 x 20,5 cm
Sonstiges kartoniert

Inhalt

Ein Fest in einem Wochenendhaus am Tegernsee endet mit einem Mord. Welcher Gast hat mit einem Beil zugeschlagen? Die Privatdetektivin Monika Trautner und ihr Enkel ermitteln am Gardasee, in den Dolomiten und in den bayerischen Alpen – bis sie dem Täter so nahe kommen, dass er die Initiative ergreift. Nun muss Oma Trautner um ihr Leben kämpfen, und ohne ihre Kletterkünste wäre sie verloren …

Leseprobe

(→ Download als .pdf)

Nach der Essenspause warf sich Dora erneut auf „Baggi ned“, überkletterte den Haken, an dem sie vorher geruht hatte, und flog dann mit einem ärgerlichen kleinen Schrei aus der Wand.

„Toll, wie viel Power du hast“, kommentierte Nicole. „Für dein Gewicht kletterst du verdammt gut.“ Dora schnaufte noch vor Anstrengung. Langsam drehte sie sich zu Nicole um. „Magst du das mal probieren? Du wiegst ja fast nichts.“ „Ich steige nicht gern schwer vor“, erwiderte Nicole.

Dora wischte sich die magnesiaweißen Finger an ihren Shorts ab. „Ja, das war wohl der Grund, warum Oliver nur ausnahmsweise mit dir ins Gebirge gefahren ist. Er hat zu mir gesagt, dass es ihn zu viel Nerven kostet, wenn er im schweren Gelände alles führen muss.“ „Ohne Oliver wärst du eine Tour wie die ,Solleder‘ in der Civetta nicht hochgekommen!“, konterte Nicole.

Dora starrte sie grimmig an. „Das ist wieder mal typisch. Wenn ein Mann und eine Frau miteinander schwere Touren im Gebirge klettern, glaubt jeder, der Kerl hätte sie hochgezogen.“ Der Zickenkrieg ging weiter. Wer war da auf wen eifersüchtig oder neidisch? „Wir sollten bald den Fels wechseln, es wird allmählich heiß“, sagte Dora. Nicole seufzte theatralisch. „Wenn du meinst. Ich mache hier noch eine Route, dann kannst du dich mit Moni an einem schattigen Felsen austoben, und ich lege mich irgendwo in die Sonne und entspanne.“

Moni musste mal, erfreulicherweise gab es gleich neben dem Parkplatz ein Toilettenhäuschen. Als sie zurückkehrte, fand sie Nicole und Dora am rechten Rand des Weißenstein. Dort starteten zwei Routen: „The End“, eine Sechs plus, die im Kletterführer mit unfreundlichen Sechs minus bewertet war. Und eine anstrengende Sieben plus, die im oberen Teil durch stark überhängendes Gelände führte: „Panische Zeiten“.

Nicole band sich gerade ins Seil ein. „Soll ich dir meinen Diätplan schicken?“, fragte sie. Dora legte das Seil ins Sicherungsgerät. „Toll, dass du es damit geschafft hast, Sechser vorzusteigen. Aber offensichtlich bringt diese Diät nichts, wenn man schwerer klettern will.“ „Ich bin eben nicht so ehrgeizig wie du“, erwiderte Nicole. Dora kniff die Lippen zusammen. „Kein Ehrgeiz ist ein Euphemismus für nicht abheben.“

Nicole kletterte los. Aber – das war nicht die Sechsertour, sie wandte sich am ersten Haken nach links, sie versuchte die „Panischen Zeiten“! Offenbar wollte sie es Dora zeigen. Zum Glück konnte nichts passieren, die Route war ordentlich mit Bohrhaken gesichert. Nun kam Nicole in jene Zone, wo die Wand sich stark nach außen wölbte, und klippte den zweiten Haken. Sie griff in verschiedene Löcher, konnte sich aber nicht entscheiden, welches ihr am besten gefiel, und setzte die Füße mal hier, mal da – eine schlechte Taktik in einem Überhang. Ihr würde bald das Muskelbenzin ausgehen.

„Cool bleiben, dann kannst du es schaffen!“, rief Dora zu ihr empor. Die Ermutigung klang gönnerhaft. „Halt die Klappe!“, schrie Nicole, die nun an dem Felsbauch herumzappelte und sich zum dritten Haken emporreckte, um eine Expressschlinge einzuhängen. Mit deutlich hörbarem Aufatmen klinkte sie das Seil dort ein und zog sich an zwei mittelmäßigen Griffen ein Stückchen höher hinauf. Die Schlinge mit dem Karabiner baumelte vor ihrer Nase, aber sie konnte mit keiner Hand loslassen.

„Ich kann nicht mehr! Halt mich!“ Dora zog das Seil straff. Moni stockte der Atem. Das Seil löste sich von Nicoles Körper, flog durch die Luft, schlängelte sich durch die Haken abwärts, landete auf dem Boden. Nicole klammerte sich irgendwo fest – ohne Seil! Wenn sie die Nerven verlor – ihr die Kraft ausging – sie würde zwölf Meter tief fallen und auf den Felsbrocken unten aufschlagen! Sollte Moni um den Felsen herumlaufen und ihr von oben ein Seil zuwerfen? Zu ihr hinaufklettern? Zu spät! Nicole konnte sich höchstens noch zwei, drei Sekunden halten. Ein schriller Schrei – ihre Beine schwangen hinaus ins Freie.

== Ende der Leseprobe ==

Lesungen dieses Krimis folgen in Kürze

 

 

Hintergrundfoto - background visual